Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)

Sämtliche Werke von Shakespeare an einem Abend? Das geht nun wirklichnicht. Doch – mit dem Koffertheater Wetter. Während Staatstheater durchschnittlich etwa fünf Tage und Nächte durchspielen und dabei 1834 Schauspieler verschleißen müssten, um alle 37 Stücke und 154 Sonette des Weltliteraten aufzuführen, schafft es das Ensemble des Koffertheaters Wetter mit nur drei Mimen in zwei Stunden.

Gut, es muss dafür der Rotstift angesetzt und viel improvisiert werden, aber Marc Gruß, Kris Köhler und Niklas Peternek bringen so viel Spielfreude mit, dass sie die Herkulesaufgabe leichtfüßig bewältigen.

Shakespeare trifft Comedy, und heraus kommt ein trashiges Medley der Superlative, das wirklich keinen Aspekt des Britischen Genies unberührt lässt. Den Zuschauer erwartet ein wahres Feuerwerk aus Gags, Einfällen und skurrilen Situationen, das gewiss kein Auge trocken lässt. Ob Othello als Rap, die Königsdramen als Fußballspiel oder Macbeth in bayrischer Mundart, nichts wird ausgelassen.

Wenn Sie ein Fan von William Shakespeare sind, dann sind Sie bei der Inszenierung von „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“ von Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield unter der Regie von Sabine Gruß genau richtig. Wenn Sie ihn kaum kennen, ist das auch kein Drama, die drei Darsteller vom Koffertheater verschaffen Ihnen einen entspannten Zugang.

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Darsteller:Marc Gruss, Kris Köhler, Niklas Peternek
Regie:Sabine Gruß
Regieassistenz:Kirsten Gürster
Bühnenbild und Requisite:Ramona Köhler, Marc Gruss und Sabine Gruß
Autor:Reduced Shakespeare Company

Fotos:

Presse-Artikel:

Shakespeare im Schnelldurchlauf

„Die Drei sind ein Hammer! Sie haben immer noch mehr Ideen und setzen ständig einen drauf“, freut sich Regisseurin Sabine Gruß an der Arbeit mit „ihren drei“ Schauspielern. Die geben das Lob zurück: „Bei so guter Regiearbeit macht das einfach Spaß!“

Koffertheater bringt Leben in die Lichtburg

Das Koffertheater ist mehr denn je auf Reisen – und ganz nebenbei zum wichtigsten Stückelieferanten in der Lichtburg geworden. Fast jede zweite Vorstellung im Kino- und Theatersaal an der Kaiserstraße ist eine Produktion des Koffertheaters. Und im laufenden Jahr soll noch einmal ordentlich nachgelegt werden – etwa mit einer Matinee-Reihe am Sonntagmorgen ganz nach dem erfolgreichen Vorbild der Kino-Vorstellungen mit Brötchen und Kaffee.

Publikum feiert den gestrafften Shakespeare

„Bei nur drei Schauspielern kribbelt das natürlich noch viel mehr als im großen Ensemble. Da liegt auf einem selbst, eine viel größere Last. Aber jetzt fällt alles von mir ab!“ Kris Köhler ist sichtlich erleichtert und geschafft nach der Premiere von „Shakespeares sämtliche Werke…(leicht gekürzt)“.